Das Corona-Medikament Paxlovid zeigt keine nennenswerten Verbesserungen bei Long-Covid-Symptomen. Zu diesem Ergebnis kommt eine großangelegte Studie in den USA, die über einen Zeitraum von 90 Tagen das Virusstatikum testete. Bislang ist das Medikament in den USA und in Europa ausschließlich für eine Kurzzeitbehandlung von 5 Tagen zugelassen.

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An den am 31. August im wissenschaftlichen Fachmagazin „Lancet Infectious Diseases“ veröffentlichten Ergebnissen einer Studie aus Boston nahmen insgesamt 69 Zentren mit 959 Probanden teil. Ziel der Studie war die Überprüfung, ob eine längerfristige Behandlung mit dem Virustatikum Paxlovid zu auffälligen Verbesserungen in der Genesung bei Long-Covid-Betroffenen führt.

Long-Covid-Studie: Drei Symptomgruppen getestet

Anhand eines Fragebogens wurden die Teilnehmenden in drei Symptomgruppen aufgeteilt, die sich in folgende Beeinträchtigungen aufteilen: kognitive Störungen, Einschränkungen autonomer Körperfunktionen und Belastungsanfälligkeit.

Die drei Symptomgruppen wurden anschließend jeweils in drei zufällig zugewiesene Testgruppen aufgeteilt. Die erste Gruppe bekam über einen Zeitraum von 25 Tagen die Arznei Paxlovid, während die zweite Gruppe nach 15 Tagen auf das Placebo Ritonavir wechselte. Über den gesamten Zeitraum nahm die dritte Gruppe ausschließlich die Placebo-Pille ein. Am Studienende nach 90 Tagen bewerteten die Probanden in drei Fragebögen ihre Symptomentwicklungen.

Long-Covid-Medikament: Wie gut wirkt Paxlovid?

Wie die Forschungsgruppe der „RECOVER-VITAL“-Studie nun in ihren Ergebnissen zeigt, erholen sich die Personen der Placebo-Gruppe vergleichbar schnell von den Long-Covid-Symptomen wie die Gruppe der Kurz- und Langzeitbehandelten mit Paxlovid.

Dabei ähneln sich die Prozentzahlen der drei Symptomgruppen im direkten Vergleich: Zwar wiesen 58 Prozent der Langzeitbehandelten mit kognitiven Störungen eine Verbesserung der Symptome auf. Doch auch die Placebo-Gruppe zeigte mit 55 Prozent eine ähnliche Verbesserung ihrer Symptome. Bei den Kurzzeitbehandelten verbesserten sich bei 53 Prozent der Teilnehmer die Symptome nach dem Untersuchungszeitraum von 90 Tagen.

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Long-Covid-Studie zeigt eindeutig: kein Unterschied zu Placebo

Und auch die Symptomgruppen der Personen mit Störungen des autonomen Nervensystems wiesen eine Besserung von 70 Prozent bei der kürzeren Behandlung und dagegen 62 Prozent Besserung bei der längeren Behandlung auf. Die Placebo-Gruppe kam mit einer Besserungsrate von 70 Prozent auf ein identisches Ergebnis. In der Symptomgruppe der Belastungsanfälligen verbesserten sich die Symptome um 25 Prozent bei längerer Paxlovid-Behandlung sowie um jeweils 34 Prozent und 33 Prozent bei der Kurzbehandlung und Placebo-Einnahme.

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Innerhalb der Studie erwies sich das Medikament Paxlovid somit nicht als heilungsfördernd beim Long-Covid-Syndrom bei jedem der untersuchten Symptome. Zudem sei kein nennenswerter Unterschied zwischen einer Langzeitbehandlung und einer Kurzzeitbehandlung festgestellt worden, heißt es in der Studie weiter.

Ursache für Long Covid immer noch unklar

Weitestgehend verträglich scheint das Medikament jedoch zu sein: Bei den 959 Probanden kam es in zwei Fällen zu schweren leberbezogenen Nebenwirkungen und einem Unverträglichkeitsfall. Ansonsten seien leichte Nebenwirkungen wie Durchfall und Übelkeit bei einigen Teilnehmenden aufgekommen.

Aufschluss über die Ursache von Long-Covid-Erkrankungen konnte die Studie nicht gewinnen. Noch immer sind die genauen Ursachen des Syndroms für die Wissenschaft ein Rätsel. Die Post-Covid-Symptome können dabei durch mehrere Faktoren auftreten. Eine Vermutung der Corona-Forscher macht das Immunsystem für die anhaltenden Beschwerden verantwortlich: In der Theorie heißt es, dass der Corona-Erreger bei Long-Covid-Patienten nicht vollständig vom Immunsystem bekämpft wurde. Diese Annahme ist auch der Ausgangspunkt für die Untersuchungen der Studie. Somit hätte eine erneute Behandlung mit einem Virusstatikum die Viren im Körper weiter bekämpfen und damit die Symptome lindern sollen, was sich letztlich nicht bestätigte.