Auf hoher See ist die US-Marine nicht mehr nur in Gottes Hand, sondern in der von Donald Trump. Obwohl er – auch wegen eines Fersensporns – nie beim Militär gedient hat, beschäftigt den Präsidenten Militärtechnik bis ins Detail: Design und Farben amerikanischer Kriegsschiffe, Bewaffnung, Bombenstärke – und seit fast zehn Jahren die Frage, wie Kampfflugzeuge am besten von Flugzeugträgern zu starten haben.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Jetzt hat Trump seine persönliche Vorliebe zur Anweisung gemacht. Die US-Marine soll bei neuen Flugzeugträgern wieder Dampfkatapulte einbauen und die modernen elektromagnetischen Startsysteme (EMALS) aufgeben.
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Trump-Pläne könnten für Milliardenkosten sorgen
Betroffen ist zunächst die geplante „USS Doris Miller“, der vierte Träger der Gerald-R.-Ford-Klasse. Verteidigungsministerium und Navy müssen ihm binnen 60 Tagen vorlegen, wie die Umrüstung funktionieren und bezahlt werden soll. Schräge Pointe: Trump begründet sein Memorandum ausdrücklich mit ausufernden Kosten, Verzögerungen und zu komplizierten Schiffskonstruktionen. Seine eigene Intervention dürfte genau das produzieren.
Denn die „Doris Miller” ist längst durchgeplant. Teile ihres elektromagnetischen Startsystems sind nach Angaben des Herstellers General Atomics bereits zu fast 50 Prozent gefertigt. Ein Kurswechsel jetzt birgt „erhebliche Risiken für Kosten, Zeitplan und technische Integration“, warnt das Unternehmen.
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Laut US-Medien wird mit Mehrkosten von mehreren hundert Millionen Dollar gerechnet; Insider bei der Marine reden sogar von einem Milliardenbetrag.
Trump: „Ihr geht verdammt noch mal zurück zu Dampf“
Trump hält das EMALS-System seit seiner ersten Amtszeit für einen Irrweg. Schon 2017 erzählte er, ein Gespräch mit einem Marinesoldaten habe ihn überzeugt. Seine damalige Schlussfolgerung war wenig technisch: „Ihr geht verdammt noch mal zurück zu Dampf.“ Erst im Juli erklärte er erneut, für elektrische Katapulte seien „Milliarden Dollar mehr“ ausgegeben worden; sie seien „nicht annähernd so gut“ und zu kompliziert.
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Tatsächlich hatte EMALS erhebliche Kinderkrankheiten. Inzwischen aber hat allein die „USS Gerald R. Ford“ fast 37.000 Starts damit absolviert. Die Navy entschied sich ursprünglich für die Technik, weil sie langfristig weniger Wartung, weniger Personal und geringere Belastungen für die Flugzeuge verspricht.
Trump setzt auf Dampf-Technik trotz Personalengpass bei Navy
Auf der „Gerald R. Ford“ sank die Zahl der Matrosen, die ein Katapult bedienen, von ungefähr zwölf auf zwei. Frankreich setzt für seinen nächsten Flugzeugträger ebenfalls auf elektromagnetische Technik; auch Chinas neueste Träger nutzen sie. Ausgerechnet in einer Navy, der Anfang des Jahres rund 20.000 Seeleute zur Besetzung ihrer Schiffe fehlten, ordnet Trump damit die Rückkehr zu einem personalintensiveren System an.
News aus den USA
Es ist ein charakteristischer Eingriff. Trump beschränkt sich als Commander-in-Chief nicht auf Strategie, Einsatzdoktrin oder Verteidigungshaushalt. Er entscheidet über technische Mini-Details eines schwimmenden Flugplatzes mit mehr als 100.000 Tonnen Verdrängung – und das alles gegen jahrelange Planung und Expertise seiner eigenen Marine.
Moderne Streitkräfte leben davon, dass technische Entscheidungen nach jahrelanger Erprobung, Einsatzdaten und Expertise getroffen werden. Donald Trump ersetzt diesen Prozess durch persönliche Vorlieben und Anekdoten. Dass der Oberbefehlshaber dabei ausgerechnet seine eigene militärische Unbedarftheit zum Maßstab für Milliardenentscheidungen macht, ist die eigentliche Pointe dieses Vorgangs.










